Aluminium-, Holz- oder Stahl-Boot?

Neues Boot / gebrauchtes Boot

Kriterien beim Kauf

Kosten und Kriterien für den Unterhalt

Der Bootsplatz

Die Bootsversicherung und rechtliche Aspekte


Welches Bootsmaterial ist besser?

Boote werden vorwiegend aus Holz, Metall oder Glasfaser-verstärktem Kunststoff hergestellt (sogenanntes GfK).

Die traditionelle Bauweise ist aus Holz. Dieses Material ist zwar unverwüstlich und kann sogar mehr als 100 Jahre überdauern. Allerdings muss der Pflege grosse Aufmerksamkeit gewidmet werden. Holz zudem auch sehr schön, besonders wenn der Rumpf durchsichtig lackiert ist, oder die Fussleisten aus Mahagoni, das Deck aus Teak oder die Kajütseiten und Süll aus edlem Mahagoni bestehen. Diese Optik kann nicht übertroffen werden. Die Zersetzungskraft von Wind, Sonne und Meerwasser wird aber zu oft unterschätzt. Aus einem Juwel von einem Boot kann innert weniger Jahre ein alter Kahn werden. Das heisst, dass ein Holzboot am liebsten in einer Halle und aus dem Wasser überwintert. Ein solcher Bootsplatz kommt zum regulären Bootsplatz auf den Wasser noch dazu. Und trotz dieser Wellness-Behandlung (Halle + Trockenplatz) muss das Holz jährlich gepflegt werden. Ein Holzboot ist somit für jemand der viel Zeit, viel Geld, viel Geduld und eine Passion für das Material und die Ästhetik hat. Das sind die wenigsten Bootskäufer.

Ein Boot aus Metall hat vor allem einen Vorteil bei der Verarbeitung des Materials. Metall kann man verformen, schweissen, schneiden, biegen, dehnen und es bricht nicht sofort, es hat also eine gewisse Elastizität. Genau wegen dieser elastischen Eigenschaft werden grosse Boote aus Metall hergestellt. Die Wellen (den Wellengang) üben eine enorme Kraft auf den Schiffsrumpf aus. Dank einer „elastischen Bauweise, können diese Kräfte besser aufgefangen werden, als mit anderen Materialien. Metallboote haben aber auch Nachteile: Sie sind einer Korrosion ausgesetzt (auch wenn sie aus Alluminium sind). Wasser und Metall vertragen sich weniger gut als Holz und Metall. Warum eigentlich? Bei der Herstellung von Stahl wird dem Eisenerz Sauerstoff entzogen. Das so gewonnene Stahl möchte diesen Sauerstoff aber gerne wieder zurück haben. Es nimmt ihn also wieder zurück, wo und wann immer es geht (Oxidation). Die Aufnahme von Sauerstoff geht dann, wenn 1.) Sauerstoff und 2.) ein Elektrolyt vorhanden ist. Bei einem Stahlboot ist das Elektrolyt das Wasser – entweder durch Luftfeuchtigkeit (im Winterlager) oder durch das Wasser. Und es kommt noch schlimmer: Je salziger das Wasser, desto desto stärker ist die Korrosion. Wenn Sie also die Wahl haben ein Stahlboot zu kaufen aus einem See oder eines aus dem Meer, dann bevorzugen Sie aus dieser Perspektive lieber des Boot aus dem See. Hier sehen Sie was die Korrosion mit einem Boot machen kann, wenn es nicht gepflegt wird:

Alluminium-Boote werden hauptsächlich beim Bau von Arbeitsbooten verwendet. Zunehmend wird das Material auch im Sport- und Freizeitbereich eingesetzt. Es ist sehr elastisch (für grössere Boote zu elastisch), aber in flachen Gewässern, wo man gelegentlich auch mal eine unbeabsichtigte Berührung mit steinigen Grund aushalten muss, ist das mit einem Aluminiumrumpf kein Problem. Dort wo ein GfK-Boot splittern könnte, hat ein Allu-Boot vielleicht eine Beule und ein paar Kratzer. Auch als Werkstoff bietet Aluminium eine Reihe von Vorteilen. Das Material ist korrosionsbeständiger als Stahl, kann ausgewalzt und einfach geformt werden. Es lässt sich schweissen. Für einen Bootsbauer ist es deutlich günstiger, einen Rumpf aus Aluminium zu formen, als GFK als Baumaterial zu verwenden.

Auch Alluminium ist in bestimmten Fällen von Korrosion betroffen. Die häufigste davon ist die Kontaktkorrosion. Diese Art von Korrosion bei Paarung mit anderen Metallen ist durchaus häufig. Sie lässt sich aber konstruktiv vermeiden. Das heisst, dass wichtige Schiffsteile aus Alluminium nicht mit anderen Metallen in Berührung kommen dürfen. Das ist im Schiffsbau nicht immer einfach.

Das häufigst verwendetet Boots-Material im Freizeit-Bereich ist Glasfaserverstärkter Kunststoff (GfK). In eine Bootsform wird zuerst die farbige Oberschicht, der Gelcoat, gespritzt. Glasfasermatten in verschiedenen Stärken werden im Handauflegeverfahren Schicht für Schicht eingelegt und von Hand mit Polyesterharz getränkt und mit aufgerollt. Es können so viele Schichten aufgebracht, bis die gewünschte Stärke  erreicht wird – am Schiffsboden  mehr, an den Seitenwänden weniger. Boote aus GFK sind sehr hart und glatt. Somit gleiten diese Boote sehr gut durch das Wasser. Der Nachteil ist, dass sie bei harten Stössen brechen können. Eine Reparatur dieser Boote ist zwar unproblematisch, aber die Sicherheit auf hoher See ist kleiner als bei Metallbooten. Die Lebensdauer beträgt ca. 30 Jahre. Die Vorteile sind: Jede Bauform ist möglich, das Material ist leicht, es korridiert nicht und braucht weniger Pflege als bei Holz oder Metall. Falls Sie das Boot zu Freizeitzwecken verwenden, empfehlen wir ein GfK-Boot zu kaufen.

 

Neues Boot kaufen versus gebrauchtes Boot

Zuerst zu den finanziellen Aspekten: Der Wertverlust sofort nach dem Kauf bei einem neuen Boot ist wesentlich grösser als bei einem gebrauchten Boot. Es werden ca. 30% des Neupreises im ersten Jahr abgeschrieben. In den Folgejahren beträgt der Wertverlust ca. 5% pro Jahr. Wenn Sie also möglichst viel Boot für möglichst wenig Geld suchen, dann ist ein Gebrauchtboot die beste Wahl. Es hat sich ein grosser Gebrauchtboot-Markt entwickelt. Über Online-Plattformen können Sie sich einen guten Überblick verschaffen:

 

Interesse an Boote in den letzten Jahren

Das Interesse an Segelboote und Motorboote in der Schweiz bewegt sich seit vielen Jahren seitwärts. Die Anbieter in dieser Branche haben sich darauf eingestellt. Wir können klar von einem Verdrängungsmarkt sprechen. Dies ist aus Sicht eines potentiellen Käufers grundsätzlich positiv. Die Anbieter müssen sich einiges einfallen lassen, um ihre Umsätze zu halten. Allerdings sind viele Produkte mit Exklusiv-Verträgen bei den Anbietern abgesichert, sodass der Markt nicht ganz so spielen kann wie spiele könnte.

Die obere Grafik zeigt die Anzahl Such-Aufträge an Google mit den Suchbegriffen „Hochsee“, „Motorboot“ und „Segelboot“. Der Seitwärtstrend ist hier gut sichtbar. Die Saisonalen Schwankungen sind gut nachvollziehbar.

…Seite in Bearbeitung